Ein Tag am Meer
Am vergangenen Donnerstag ist die GANZE Grundschule Hesepe an die Nordsee gefahren. 80 Kinder und 9 Begleitpersonen haben sich auf den Weg nach Bensersiel gemacht und ein echtes Abenteuer erlebt. Ermöglicht wurde das durch die Niedersächsische Bingo-Umweltstiftung, die großzügigen Spenden bei unserem Sponsorenlauf und die bedingungslose Unterstützung unseres Fördervereins.
Der Wetterbericht ließ gar nichts Gutes hoffen, aber die Vorfreude der Kinder war absolut ansteckend: Wir fahren ans Meer! Es stellte sich heraus, dass die Hälfte der Kinder vorher noch nie an der Nordsee waren. Wir Lehrerinnen haben versucht, im Sachunterricht über die Besonderheiten des Wattenmeeres und seiner Bewohner zu informieren. Aber tatsächlich in der Weite des Watts zu stehen, ist eine ganz andere Hausnummer. Wir waren überwältigt.
Ich hatte vorher eindringlich eingebläut: Geht nicht mit euren guten Schuhen ins Watt, zieht euch alte Socken, Gummistiefel oder Ähnliches an. Am Strand angekommen, flogen die Schuhe nur so in den Sand und ehe ich auch nur einen Schnürsenkel geöffnet hatte, flitzten alle Kinder schon in Richtung Schlick. Es war ein großes Gelächter und Gejubel zu hören. Nach wenigen Minuten hatte jedes Kind ein paar Muscheln, Wattwürmer, Schnecken und Krebspanzer gefunden.
Den Schock, bis zu den Knien und Ellenbogen im Matsch zu stecken, mussten ein paar reinliche Naturen erst verdauen. Und die Tatsache, dass man tiefer sank, wenn man sich nicht schnell genug weiter bewegte, führte zu lustigen Rettungsaktionen, bei denen so mancher Socken im Watt blieb.
Das Getier im Watt konnte ausnahmslos identifiziert werden. Es gab Herzmuscheln, Pfeffermuscheln, rote Bohnen, Miesmuscheln, Meeresschnecken, Pocken, Austern, Ohrenquallen, Wattwürmer, Kotpillenwürmer und Krebspanzer. Ein paar Viertklässler zeigten sich als gewiefte Wattwurmjäger. Das Saugmaul des Wurmes erzeugt ein trichterförmiges Loch und das Hinterteil bildet die „Spaghettihaufen“ aus Sand, so dass zwischen Trichter und Haufen der Wattwurm zu finden ist. Die Länge des Hinterteils gibt Auskunft über das Alter des Wurmes. Alles was lebendig war, wurde sorgfältig ins Watt zurückgelegt.
Das Mittagessen im Restaurant „Blanker Hans“ schmeckte ganz vorzüglich, die sanitären Anlagen wurden als VIP-Toiletten gerühmt. Leider brach nach dem Mittagessen ein heftiges Gewitter aus, wir mussten ins Strandportal-Gebäude fliehen, wo es einen Souvenirshop gab und einen Indoor-Spielplatz. Es wurde richtig schön gespielt und auch ausgiebig geshoppt. Als der Regen nachließ, wollten die Kinder doch noch einmal sehen, wie der Strand bei Flut aussieht. Und wie sah es aus? Wunderschön! Das Wasser war klar, der überspülte Sandboden lud zum Spielen ein, aber aus Sicherheitsgründen blieben wir am Ufer und platschten durch die Pfützen im Sand. Die nächste Gewitterfront scheuchte uns zurück in die Indoor-Spielhalle, wo wir den Rest des Nachmittags im trockenen warmen Sand spielen konnten.
Was war das lustigste Erlebnis? Dass unser Bus geblitzt wurde, als wir extra eine coole Fotopose eingenommen hatten.
Ein großes Dankeschön an den Busfahrer Klaus-Gert und seine Frau Martina, denen es gelungen ist, die gesamte Grundschule Hesepe in EINEM Bus sicher ans Meer zu chauffieren. Auf der Rückfahrt konnten wir noch „An der Nordseeküste..“ schmettern und zeigten kaum Müdigkeit.
Von unseren Erlebnissen werden wir noch lange zehren.
Anne-Kathrin Wellmann
Hier noch ein paar Zitate aus den Erlebnisberichten:
„Es war spektakulär“, meint Milan.
„Alle haben so gelacht, dass ich Bauchschmerzen hatte“, schreibt Clara.
Nick: „Am Besten fand ich die Flut. Ich fand es toll, als die Quallen ans Ufer kamen und ich eine Ohrenqualle auf die Hand nehmen durfte.“
„Ich war der Einzige, der eine Auster gefunden hat. Die Perlen können Millionen wert sein, aber weil die noch am Leben war, haben Robin und ich sie in ein kleines Loch gelegt“, erzählt Lino.
„Das Essen schmeckte sehr lecker!“, schreibt Nansi.
„Nach 25 Minuten sah ich ein Schild, „Radarkontrolle“ stand darauf. Alle machten eine Pose. Da kam der Feind der Straße, der Blitzer. Es machte „Plink“ und wir sind vor Lachen ausgerastet“, schreibt Emilian.
Natalie: „Ich bin im Watt hingefallen und hatte überall Matsch. Dann kam die Flut und ich bin mit den Füßen durchs Wasser gerannt.“
Jonas: „Wir hatten im Bus die VIP-Sitze ganz vorne mit 70cm Beinfreiheit und dem ganz großen Fenster. Während der Fahrt war es so laut, weil wir „An der Nordseeküste“ zusammen gesungen haben.“
„Das Essen war sehr lecker“, meint Lina.
„Im Abenteuerland hat die ganze Klasse Fangen gespielt“, schreibt Elyas.
Holly: „Wir waren von Kopf bis Fuß voller Schlick.“
„Das Watt hat sich komisch angefühlt, und als ich meine Hand in das Watt gesteckt habe, waren sehr viele Würmer auf meiner Hand“, sagt Stina.
„Am Ende waren wir direkt am Wasser auf einer großen Schaukel und haben Fotos gemacht, das war cool“, schreibt Resa.
Tiara: “Ich habe mir ein Armband mit einer Muschel gekauft.“